Das Königreich Lievland ist landschaftlich geprägt von drei großen Binnenseen, dem Oberen, Mittleren und Unteren Arosee. Im Osten wird das Land von den Fokonen begrenzt. Dieser Gebirgszug teilt das Land beinahe schnurgerade von Norden nach Süden. Die flache, manchmal leicht hügelige Landschaft südlich des Unteren Arosees erlaubt regen Handel mit den Nachbarländern im Süden. Im Norden endet Lievland bei den höchsten Gipfeln der Odenberge, einer kargen und schroffen Landschaft. Jenseits der westlichen Grenze liegt unbesiedeltes Niemandsland, das nur von Geächteten und wildem Volk bewohnt wird.


Der König und seine Söhne

Lievland wird von König Jakob Radomir I. von Lievland regiert. Seinen Söhnen übertrug er die Verantwortung für jeweils eine Hälfte des Landes. Der ältere Sohn, Herzog Richard Radomir von Granbrüggen, herrscht über die westlich gelegenen Grafschaften Hüttingen, Lievenmark, Ehlendarre, Tramentrutz und Odenberge. Dessen jüngerer Bruder, Herzog Jonathan Jakob von Fyrnkron, gebietet über die östlich gelegenen Grafschaften Weißenfels, Johannshaven, Hochwalden und Greifenwall.


Wirtschaft

Wirtschaftlich ist Lievland sehr stark vom Fischfang und dem Handel per Schiff geprägt. Das weitläufige Hinterland, vor allem in den Grafschaften Hochwalden, Ehlendarre und Tramentrutz besteht zudem aus Wäldern, deren Holz für den Schiffbau unerlässlich ist. Ackerbau und Viehzucht werden in den fruchtbaren Ebenen um die Seen betrieben, im Westen der Grafschaft Weißenfels wird an den Hängen des Lorne-Tals sogar Wein angebaut. Die Roberek, die die Grafschaft Hüttingen im Südwesten begrenzen, sind reich an einer Vielzahl Metalle und Edelmetalle, an manchen Stellen werden auch Gemmen und Juwelen gefunden. Erze werden in den an den Bächen und Flüssen der Grafschaft gelegenen Verhüttungswerken zu Metallen weiterverarbeitet.

Bevölkerung

Die Hauptstadt und gleichzeitig größte lievische Stadt ist das im Süden gelegene Sturmwacht. Hier mündet der Rhonius in den Unteren Arosee. Sturmwacht ist damit der Knotenpunkt für den Handel mit den südlich Lievlands gelegenen Ländern. Der König von Lievland hat seinen Sitz in der Hauptstadt, die ihm ohne Lehnsnehmer untersteht. Sämtliche Zölle und Steuereinnahmen in Sturmwacht kommen so direkt dem König zu.

Die zweitgrößte Stadt Lievlands ist Granbrüggen. Diese Stadt wird von Herzog Richard Radomir regiert. Von hier aus laufen viele Handelsexpeditionen entlang der Ehle bis zum fernen Meer aus. Der Handel mit den Ländern im Osten geschieht vor allem über den Greifenpass in den Fokonen, der über die Stadt Fyrnkron erreichbar ist. Hier herrscht Herzog Jonathan Jakob. Die Bevölkerung Lievlands besteht fast ausschließlich aus Menschen, die hauptsächlich in der Nähe der drei zentralen Seen leben.

Regierungssystem

In Lievland besteht ein feudalistisches System, bei dem die Grafen Lehnsherren mehrerer Ritter sind, die die Lehen verwalten. Die Ritter müssen im Gegenzug bei Bedarf für den Grafen in den Krieg ziehen. Jede Grafschaft besteht aus etwa fünf Lehen und einem Hoheitsgebiet des jeweiligen Grafen, was meistens eine Burg oder eine befestigte Stadt ist. Die Grafen sind wiederum Vasallen des Königs, je nach Grafschaft vertreten durch einen seiner beiden Söhne. Zudem gibt es in Lievland Adelstitel, die nicht an das Vasallentum gebunden sind. Hierzu zählen Freiherren, Freifrauen, Junker und Damen. Diese Titel werden in den ersten beiden Fällen vom König oder Herzog verliehen, in den letzten beiden Fällen vom Grafen.

Religion

In Lievland besteht Religionsfreiheit. Die mit Abstand am weitesten verbreitete Religion ist der Glaube an die Dreieinigkeit von Larinar, Eonar und Locknar. Es gibt fast in jedem kleinen Dorf einen Tempel. In den größeren Städten finden sich oft auch Tempel der drei alten Drachen. Zudem wird unter dem einfachen Volk noch die ein oder andere Naturgottheit verehrt, was sich in den Augen der Bauern aber eher mit dem Dreieinigkeitsglauben ergänzt, als dass sie sich wiedersprechen. Zum Beispiel bringen Winzer oft dem Alten Simpel Opfer dar.

Magie

In Lievland kann keine Fernmagie gewirkt werden. Viele Magier haben schon Nachforschungen darüber angestellt und versucht, den Grund dafür zu finden, aber bislang ohne Erfolg. Die einfache Magie auf Berührung ist jedoch im gesamten Land weit verbreitet. In vielen Dörfern gibt es zumindest einen Magier, der Wunden gegen Bezahlung heilen lassen kann. In den großen Städten, vor allem in Granbrüggen, gibt es auch Gemeinschaften von Meistermagiern. Unter den Grafen ist es üblich, einen Hofmagier zu beschäftigen.